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Der unnötige Stress

14. Juni 2010

Stress ist eine hässliche Sache, zumindest die negative Form des Stresses, der durch Zeitdruck, fehlende Handlungsoptionen oder Fehlentscheide ausgelöst wird. Stress macht man sich leider oft selbst. So wie wir letzte Woche mit Version 2.1 von weblica:

Wir hatten uns zum Ziel gesetzt (oder sollte ich schreiben: ich hatte mir in den Kopf gesetzt), am 10. Juni Version 2.1 zu veröffentlichen, da diese die Voraussetzung für die Nutzung von Version 1.0 des weblica Designers ist. Die Arbeiten für diese Version waren zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Release-Termins abgeschlossen und die Integrationstests verliefen nach Plan. Auch die ersten Test-Installationen der fertigen Version zeigten auf grün. Und so rückte der Release-Tag näher und wir waren frohen Mutes.

Dann am Release-Tag fiel uns auf, dass die vom automatischen Build-System erstellte Version in der Darstellung der Dialoge leichte Abweichungen von der Version in der Entwicklungsumgebung zeigte. Erstaunt aber noch entspannt gingen wir der Sache auf den Grund: Irgendetwas im Build-System lief da wohl verkehrt. Wie manche vielleicht wissen, funktioniert weblica auf Basis von Eclipse und dessen Build-System ist gelinde gesagt ein fürchterliches Biest; es gibt viele Dinge, die schief gehen können und bekäme ich für jedes Problem, das wir in der Vergangenheit hatten und für jede der zahlreichen Stunden, die wir hier schon aufwenden mussten, nur einen Franken, könnten wir weblica wohl verschenken und ich wäre reich :-).

Wie dem auch sei: Die anfängliche Zuversicht wich mehr und mehr einer gewissen Verzweiflung, denn das Build-System wollte sich sein Geheimnis einfach nicht entlocken lassen. Und so wurde es wieder einmal ein langer Tag und es war schon ordentlich spät als wir Version 2.1 dann endlich veröffentlichen konnten.

An diesem Abend oder besser gesagt in diesen frühen Morgenstunden des Freitags habe ich mir geschworen, dass ich mir und meinem Team das nicht mehr antun werde! Die einzig vernünftige Reaktion als die Probleme auftauchten wäre gewesen, frei nach Goethe, Abstand zu nehmen: „Willst du ein Problem lösen, löse dich vom Problem!“.

Aber ich bestand darauf, den Release-Termin zu halten, schliesslich hatten wir es versprochen. Das Resultat: Stress, müde Gesichter und wie sich am Samstagmorgen herausstellte: ein fehlerhafter Release, weil das Build-System ein Code-Stück in der falschen Version verwendet hat; das ist die Kehrseite der Automation: eine falsche Zahl am falschen Ort und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Der Fehler ist mittlerweile behoben und Version 2.1.1 veröffentlicht: nun funktionieren auch Designs ohne Kopfbild wieder tadellos.

Warum ich das alles schreibe? Damit Ihr uns alle viele nette Mails schreibt, massenhaft Süssigkeiten und andere Leckereien sendet und uns für unseren Einsatz lobt! Nein, natürlich nicht, sondern weil ich aufgrund dieses Vorfalls entschieden habe, dass wir künftig keine auf den Tag festgelegte Release-Dates mehr bekannt geben werden. Denn das verursacht unnötigen Stress! Da helfen dann Support-Anfragen von ungeduldigen Weblicanern, die wissen möchten, wann die Version denn nun endlich komme, auch nicht wirklich. Und um diesen unnötigen Release-Stress künftig zu vermeiden, eben dieser Verzicht.

Künftig veröffentlichen wir daher nur noch ungefähre Release-Dates in der Form Monat / Jahr; die Roadmap habe ich entsprechend angepasst.

Das heisst auch, dass wir uns die Freiheit nehmen, den weblica Designer, sollte es Probleme geben, erst ein paar Tage später zu veröffentlichen und nicht zwingend am kommenden Donnerstag. So können wir entspannt auftauchende Probleme angehen und lösen ohne mit gehetztem Blick auf die Uhr um jeden Preis einen Release fabrizieren zu müssen.

Übrigens: Für alle, die nach wie vor auf Ihre Upgrade-Infos auf die Designer-Edition warten: die Anfragen werden der Reihe nach abgearbeitet und es erhalten garantiert alle eine Antwort.

Und das war es auch schon für dieses Mal. Ich wünsche allen eine gute Zeit und möge euch der Kopf beim WM-Schauen nicht zur sehr brummen ob der lärmenden Vuvuzelas, immerhin können wir zu Hause den Ton leiser drehen ;-).
Mit den besten Wünschen bis zum nächsten Mal!